Die Insolvenz der Traditionsbäckerei Dumler aus Kupferberg hat in der Region große Verunsicherung ausgelöst. Der Familienbetrieb steht seit Jahrzehnten für handwerkliche Qualität, regionale Verwurzelung und verlässliche Arbeitsplätze. Mit dem nun eingeschlagenen Weg soll der Betrieb stabilisiert und die Zukunft gesichert werden.
Der Kulmbacher Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig hat nach Bekanntwerden umgehend Kontakt aufgenommen und Unterstützung angeboten. „Ich bin zuversichtlich, dass Fritz Dumler und sein Team ihre ausgezeichnete Arbeit fortsetzen können“, so Ludwig.
Gleichzeitig macht der Fall Dumler deutlich, dass es sich längst nicht mehr um einen Einzelfall handelt. „Unsere Bäcker und Metzger stehen seit langer Zeit unter Druck. Gründe sind die hohen Energiepreise, explodierende und unkalkulierbare Rohstoffkosten sowie bürokratische Hürden.
„Die Bayernkoalition steht fest an der Seite des Handwerks und unterstützt es unter anderem mit dem Meisterbonus sowie gezielten Investitionen in Ausbildung und berufliche Bildung. Doch ohne den notwendigen Rückenwind aus Berlin werden viele dieser Ansätze ausgebremst“, erklärt Ludwig. Deshalb ist nun dringend die Bundespolitik gefragt, endlich die richtigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Brandbrief an Bundesministerin Reiche
Nachdem sich der Landtagsabgeordnete bereits während der Energiekrise 2022 an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gewandt hatte, richtet er nun erneut einen Brandbrief an dessen Nachfolgerin Katherina Reiche.
„Leider sind die Hilferufe aus dem Handwerk in Berlin bisher weitgehend verpufft. Umso dringender benötigen unsere Bäcker und Metzger jetzt eine gezielte finanzielle Unterstützung und bürokratische Entlastungen.“
Seinen eindringlichen Appell an Robert Habeck hat Ludwig in seinem Schreiben an Bundesministerin Reiche ausdrücklich wiederholt: „Lassen Sie die über 240.000 Menschen, die bundesweit in den Backstuben und den Metzgertheken arbeiten, nicht im Stich. Das Lebensmittelhandwerk stellt eine zentrale Säule unserer Grundversorgung dar und ist zugleich ein elementarer Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“
MdL Rainer Ludwig regt erneut an, über gezielte finanzielle Unterstützungspakete nachzudenken, etwa in Form eines Fonds oder vergleichbarer Instrumente, um die angespannte Situation von Metzgern und Bäckern spürbar zu mildern und die Betriebe zu stabilisieren.
„Die Steuereinnahmen des Bundes haben 2025 wieder einen Rekordwert erreicht. Zusätzlich wurde ein Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro aufgenommen. Doch gerade für das Handwerk, für kleine und mittelständische Betriebe in der Fläche, gibt es kaum spürbare Entlastungen. Das löst vielerorts großes Unverständnis aus.“
Zudem verweist der Abgeordnete auf überbordende Bürokratie die dringend abgeschafft werden muss. Gerade bei den Einschränkungen durch das Sonntagsbackverbot sieht Rainer Ludwig dringenden Handlungsbedarf: „Backstationen in Supermärkten und Tankstellen dürfen sonntags aufbacken, während der klassische Handwerksbäcker benachteiligt wird. Das ist weder fair noch nachvollziehbar und schwächt das regionale Handwerk“, so Ludwig.
Ein weiteres Problem ist die Bonpflicht, auf die Rainer Ludwig explizit in seinem Schreiben hinweist. Die Abschaffung der Bonpflicht wurde von der neuen Bundesregierung angekündigt – umgesetzt ist sie bis heute nicht. „Die Bonpflicht ist im Alltag schlicht lästig: Sie produziert Millionen unnötiger Thermopapierbons, die direkt im Müll landen. Die Abkehr von dieser unsinnigen Regelung wäre eine echte Entlastung für Handwerksbäckereien und ein klares pragmatisches Zeichen politischen Vertrauens.“
Der Landtagsabgeordnete steht in regelmäßigem Austausch mit Ralf Groß, dem Vorsitzenden der Bäckerinnung Kulmbach, sowie mit weiteren Vertretern des Bäcker- und Metzgerhandwerks aus der Region. Dabei gehe es immer wieder um faire Wettbewerbsbedingungen, praxistaugliche politische Rahmenbedingungen und den Abbau unnötiger Bürokratie.
